Feldjägerlied

Vom Feldjägerlied zum Guten Kameraden

Ein wirkliches Traditionslied, auf die Feldjäger der Bundeswehr bezogen, gibt es wohl nicht. Aus der Historie sind zwar einige Lieder bekannt , doch diese stammen alle aus der Zeit, als Feldjäger noch zu den Jägertruppen gehörten.

 

Es gibt eine alte schwäbische Volksweise aus dem 18ten Jahrhundert:

“Ein schwarzbraunes Mädchen hat‘ nen Feldjäger lieb“. In Anlehnung daran schrieb Ludwig Uhland das Kameradenlied "Ich hat' einen Kameraden".

 

Text Feldjägerlied "Ein schwarzbraunes Mädel hat' nen Feldjäger lieb"

Ein schwarzbraunes Mädchen
hat ´nen Feldjäger lieb,
einen hübschen, einen feinen
einen Feldoffizier.

Ei, du schwarzbraunes Mädchen,
trau dem Feldjäger nicht!
Denn er sitzt auf dem Gaule
und macht dir das Maule,
aber heiraten tut er nicht.

"Und der Feldjäger ist mein,
und kein andrer darfs sein,
denn er hat mir versprochen,
mein eigen zu sein."

"Und jetzt geht es fort,
und wir haben kein Brot:
O du schwarzbraunes Mädchen,
wir leidens keine Not."

"Jetzt geht es ins Feld,
und wir haben kein Geld:
O du schwarzbraunes Mädchen,
so gehts in der Welt."

Ein lustiger Soldat
hat allzeit die Macht,
schöne Mädchen zu lieben,
bei Tag oder Nacht.

Lied Ich hat' einen Kameraden

Ludwig Uhland schrieb während des Befreiungskrieges gegen Napoleon die Ballade „Der gute Kamerad“. Österreich hatte sich 1809 zuerst gegen den Imperator erhoben, und der junge Poet nahm am Leiden auf beiden Seiten Anteil. Er fühlte mit den Badenern, die unter französischem Befehl gegen die aufständischen Tiroler ziehen mussten, und er trauerte um seinen Förderer Leo von Seckendorf, der als österreichischer Hauptmann gefallen war.

 

Gesungen folgte die Melodie zunächst in Anlehnung an eine alte schwäbische Volksweise dem Feldjägergesang aus dem 18ten Jahrhundert “Ein schwarzbraunes Mädchen hat‘ nen Feldjäger lieb“. Sie wird fälschlich Friedrich Silcher (1797 – 1860) zugeschrieben, der die schlichte Weise aber 1827 nur bekannt machte. Der “gute Kamerad“ bildet seit Mitte des 19ten Jahrhunderts über alle politischen Systeme hinweg bis auf den heutigen Tag einen unverzichtbaren Bestandteil des militärischen Zeremoniells.

Das Kameradenlied ist ein Denkmal des unbekannten Soldaten und gleichermaßen von künstlerischer Klasse wie von großer Volkstümlichkeit. Es erklingt in Deutschland traditionell als Weihelied bei Totenehrungen und beim Großen Zapfenstreich.

Der einfache Text blieb über zwei Jahrhunderte unberührt. Wie der Lorbeerkranz mit der Schleife in den Nationalfarben und die aus den Opferschalen lodernden Flammen gehört der “Gute Kamerad“ zur ewigen Symbolik des Gedenkens an die Kriegsopfer. Vielleicht bezieht das Lied seine besondere Wirkung gerade aus diesem Umstand, dass es von allen Systemen gleicherweise verwendet wurde. Damit verbindet es die Botschaft, dass der Tod alle Gegner gleich sind.

 

Text "Ich hatt einen Kameraden"

Ich hatt einen Kameraden,
Einen bessern findst du nit.
Die Trommel schlug zum Streite,
Er ging an meiner Seite
Im gleichen Schritt und Tritt.

Eine Kugel kam geflogen:
Gilt sie mir oder gilt sie dir?
Ihn hat es weggerissen,
Er liegt mir vor den Füßen
Als wär's ein Stück von mir

Will mir die Hand noch reichen,
Derweil ich eben lad'.
"Kann dir die Hand nicht geben,
Bleib du im ew'gen Leben
Mein guter Kamerad!"

Quellen: Männerchor Germania, Liederbuch der deutschen Soldaten Potsdam im November 1939 "Morgen marschieren wir"